Professionelle Erklärvideos am Whiteboard erstellen

Wenn Sie Ihre Dienstleistung, Produkte oder andere Sachverhalte kompakt und leicht verständlich vermitteln wollen, dann sind Erklärvideos das Mittel der Wahl. In diesem Artikel stellen wir das Thema genauer vor und erklären worauf Sie bei der Erstellung achten sollten.

Die Menschen wünschen sich in ihrem stressigen Alltag schnell zu konsumierenden Content.

Sie wollen dabei entweder unterhalten oder informiert werden. Ein Video erfüllt jede Anforderung besser als ein langer Text.

Dadurch, dass Sie das bevorzugte Medium verwenden und sich mit dem Video auch bei YouTube auffindbar machen, steigt Ihr Traffic.

Infolgedessen steigt auch die Conversionsrate und beides hat wiederum zur Folge, dass Google Sie höher rankt.

Wie können Sie eigene Erklärvideos drehen?

Gehen wir davon aus, Sie wollen Ihre Dienstleistung erklären. Dann haben Sie generell zwei Möglichkeiten eigenen Erklärvideos zu produzieren.

Sie stehen selbst vor der Kamera

Dann brauchen Sie ein Whiteboard oder ein Flipchart sowie dazu passende Stifte, sich, ein Mikrofon, eine Kamera mit mindestens Full-HD Auflösung sowie eine gute Ausleuchtung. Weiches Licht wirkt sympathischer und hartes Licht kantiger, aber auch seriöser.

Schließen Sie alle Nebengeräusche aus. Stellen Sie die Kamera in Position. Eventuell benötigen Sie noch ein Stativ. Je nachdem, ob Sie sich zeigen wollen, setzten Sie den Bildausschnitt; besser ist es, wenn Sie nur Ihre schreibende Hand einblenden.

Drücken Sie auf den Auslöser und skizzieren Sie Ihre Leistung so, wie Sie es auch bei einem Referat täten. Ganz einfach und mit der Zielgruppe bekannten Feilen, mathematischen Zeichen und Strichmännchen.

Sie skizzieren an einem virtuellen Whiteboard

Falls Sie nicht selbst vor der Kamera stehen wollen, was verständlich ist und viele Mensch einiges an Überwindung kostet, dann können Sie auch ein Screencast (Bildschirmvideo) aufnehmen, während Sie in einem Whiteboard-Programm Ihre Skizzen anfertigen.

Benötigt werden dazu lediglich eine Software für die Video-Aufnahmen des eigenen Bildschirmes und eine Whiteboard-Software. Als Video-Software empfehlen wir Open Broadcaster Software Studio und als virtuelles Whiteboard OpenBoard.ch.

Beide Tools sind kostenlos und nach kurzer Einarbeitungszeit können Sie bereits professionelle Erklärvideos selbst erstellen.

Falls Sie sich ausführlicher mit dem Thema auseinandersetzen und professionelle Erklärvideos selbst erstellen möchten, dann finden Sie im verlinkten Artikel noch weitere hilfreiche Informationen rund um dieses Thema.

8 konkrete Tipps für die Umsetzung

Egal ob Sie sich für die eine oder andere Variante entscheiden, die folgenden 8 Tipps helfen Ihnen bei der Produktion eigener Videos garantiert weiter.

  1. Wenn Sie sich zeigen, schauen Sie möglichst oft mit offenem Blick in die Kamera.
  2. Schreiben Sie groß; mindestens so groß, dass ein Buchstabe der Größe Ihres kleinen Fingers entspricht.
  3. Nutzen Sie entweder Farben passend der Zielgruppe, passend Ihrer Corporate Identity oder aber bleiben Sie bei Schwarz auf Weiß.
  4. Sie können kleine Karten oder Bilder vorbereiten, die Sie dann während Ihres Vortrags nur noch auf das Whiteboard oder Flipchart aufkleben müssen.
  5. Sprechen Sie deutlich. Das braucht einige Zeit, bis das echt klappt und Sie auch die Entfernung zu Ihrem Mikrofon perfektioniert haben. Ein Ansteck-Mikrofon lohnt sich auf jeden Fall.
  6. Schauen Sie, welchen Tick Sie haben. Jeder Mensch macht irgendwelche sich wiederholenden Gesten, Gesichtszügen oder aber sagt Worte oder gibt Laute von sich, die wirken wie ein Tick. Versuchen Sie diese zu reduzieren. Ganz vermeiden lohnt nicht, sonst geht Ihre Persönlichkeit verloren.
  7. Für ein Erklärvideo ohne dass Sie sich zeigen, müssen Sie unbedingt eine Tone of Voice entwickeln. Das sind Worte, die bei der Zielgruppe genutzt werden und in ihrer Bedeutung für Ihre potentiellen Kunden dasselbe bedeuten, wie für Sie. Sie können mit den Begriffen steuern, was positiv und was negativ konnotiert ist. Ihr Sprachstil sollte zu Ihrer Marke passen und erkennen lassen, dass es sich bei dem Video um Content von Ihnen handelt.
  8. Untertiteln Sie Ihr Video. Auf diese Weise vermeiden Sie einen Absprung, weil ihre Handschrift schwer zu lesen ist.

Wenn Sie sich an diese Tipps halten wird Ihr nächstes Erklärvideo garantiert ein voller Erfolg.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Halten Sie sich so kurz es geht. Obwohl sich jeder Internetnutzer im Schnitt mehr als 15 Minuten täglich bei YouTube aufhält, ist eine angemessene Dauer so um die 2-3 Minuten. Wenn Sie etwas in einer Minute erklären können, schön, aber das wirkt bereits zu kurz und wird als wenig inhaltsreich schon beim Lesen ausgeklammert.

Untertiteln und beschreiben Sie Ihr Video aussagekräftig, um gefunden zu werden. Interagieren Sie bei YouTube mit Ihren Kommentatoren.

Betten Sie Ihre Erklärvideos auch in Ihre Social Media Feeds mit ein.

Es empfiehlt sich, eine Art Pattern zu konstruieren, dass Ihre Videos themenunabhängig vom Startbild her gleich aussehen.

Um mehr über das Zeichnen am Flipchart zu erfahren, schauen Sie ruigh einmal bei SinnSTIFTer David Goebels Blog vorbei.

Erklärvideo erstellen – Gibt es Alternativen zum selberzeichnen?

Natürlich gibt es die! Mittlerweile existiert eine fast schon unübersichtliche Menge an Erklärvideo Software und Tools, die sich eignen, schnell eigene Erklärvideos zu erstellen.

Professionelle Tools

Da sind auf der einen Seite die Tools für die Profis, wie Adobe After Effects oder Apple Motion. Diese sind allerdings für den Einsteiger häufig zu komplex.

Erklärvideo Software für alle

Glücklicherweise kommen seit einigen Jahren immer mehr Anbieter mit Programmen für Dich und mich auf den Markt!

Diese zeichnen sich dadurch aus, dass Sie alles beinhalten, was man benötigt:

  • Animationseffekte
  • verschiedene Stile (Comic, Whiteboard usw.)
  • eine Unzahl an Vorlagen für jede Szene bieten
  • Musiktitel
  • Soundeffekte
  • Schnittmöglichkeiten
  • Szenenübergänge und vieles mehr.

Mein Favorit für die Erstellung von Erklärvideos ist dabei: Vyond (früher GoAnimate, Affiliatelink). Hier erhältst Du wirklich alles, was Du benötigst. Und das Beste:

Es ist wirklich einfach zu bedienen. Und damit kannst Du nach einer gewissen Einarbeitungszeit fast schon professionell anmutende Erklärvideos erstellen.

Weitere Softwares: Videoscribe, Toonly, Rawshorts oder mysimpleshow.

Ein eigenes Erklärvideo erstellen: So gehst Du vor:

Um Nichts dem Zufall zu überlassen, gehts Du am besten folgendermaßen vor. Statt einfach draufloszuprobieren und zu sehen, was die Software hergibt, empfehle ich folgendes Vorgehen:

  1. Fragen stellen: Wer ist Deine Zielgruppe, Was ist das Ziel Deines Videos? So stellst Du sicher, dass Du immer auf dem richtigen Weg bleibt!
  2. Brainsorming: Sammle so viele Ideen und Fakten wie möglich. Nichts ist schlimmer, als zu früh ans Werk zu gehen: Durchmischst Du die Phasen, fängst Du immer wieder bei null an.
  3. Lege den Stil für Dein Video fest: Whiteboard, schwarz-weiß, farbig, Comic, Icon, Lineart?
  4. Suche Dir die zu Deinem Vorhaben passende Erklärvideo Software! Sie muss in der Lage sein, Deine Idee umzusetzten.
  5. Erstelle den Text für das Voice-Over für Dein Erklärvideo. Wenn er fertig ist, kannst Du ihn entweder selbst einsprechen. Oder: Du lässt ihn von einem Experten sprechen.
  6. Packe Deine Ideen aus Phase 2 und 3 in ein Storyboard: Hier hältst Du alles möglichst genau fest: Den Text zusammen mit den Bildern und Animationen einer Szene.
  7. Setzt Dein Storyboard in der Software um: Hast Du Dich etwas eingearbeitet, geht dieser Schritt mit etwas Übung schnell von der Hand. Zuerst fügst Du das Voice-Over ein. Denn dies dient der Orientierung für das Timing.
  8. Füge Soundeffekte, Übergänge und Musik hinzu.

Das waren 8 Schritte zum Erklärvideo erstellen im Schnelldurchlauf. Ach so: Und etwas Zeit benötigst Du nebenbei auch noch 😉

Tipps für einen gelungenen Erklärfilm- Start

Oft ist weniger mehr.

So auch bei Erklärvideos: Am Anfang tendieren wir oft dazu, alle möglichen Animationen, Effekt und so weiter einbauen zu wollen. Das ist kompliziert und verlangsamt den Prozess.

Daher:

Halte es so einfach wie es geht! Das wichtigste ist das Skript und das Voice-Over. Alles andere dient nur dazu, diesen zu verstärken und zu visualisieren.

Es muss flüssig laufen

Vermeide Bilder, in denen es hektisch wird. Und:

Ebenso solltest Du es vermeiden, Szenen zu gestalten, in denen zu wenig passiert. Sonst wird dem Zuschauer langweilig. Und: Er schweift ab.

Versuche also, alles in einem Fluss zu halten!

Zusammenfassung

Videos sind ein unglaublich mächtiges Medium und das gilt vor allem in unserer heutigen Zeit. Potenziellen Kunden wollen möglichst schnell und einfach neue Informationen und Inhalte konsumieren – am liebsten als Video.

Nutzen Sie dieses Potenzial für Ihre Marke, Dienstleistung oder Produkt indem Sie selbst passende Videos produzieren; egal ob Sie selbst vor der Kamera stehen oder Ihren Computer Bildschirm aufnehmen.

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